Die fünf Einsparhebel
Fünf Hebel, jeder einzeln gerechnet — mit Rechenweg und Vorbehalt.
Eine Sammelzahl ohne Herleitung hält keiner Rückfrage stand. Jeder Hebel nennt deshalb seine Methode, die Felder, auf denen er beruht, seinen Realisierungsgrad und das, was ihn einschränkt.
Das rechnerische Potenzial unterstellt immer die vollständige Umsetzung. Die gibt es in der Praxis nicht. Deshalb wird jeder Hebel zusätzlich mit einem Realisierungsgrad gewichtet, und dieser Grad steht offen daneben statt in einer Fußnote. Sie sehen beide Zahlen: das rechnerische Maximum und den gewichteten Wert.
Genauso offen steht der Vorbehalt. Beim Bündelungshebel etwa setzt die Rechnung voraus, dass die Artikel innerhalb einer Warengruppe wirklich vergleichbar sind — wo das nicht gilt, ist der Hebel kleiner. Beim Skonto steht in den Rechnungen zwar der Satz, aber nicht, ob er gezogen wurde; das zeigt erst ein Abgleich mit den Zahlläufen. Wer diese Einschränkungen weglässt, bekommt eine größere Zahl und ein kleineres Ergebnis.
- Bündelung auf Bestpreis — Was kostet es, dass dieselbe Ware zu unterschiedlichen Preisen eingekauft wird? Je Warengruppe und Einheit wird der Preis des besten Viertels als Ziel gesetzt.
- Preisangleichung zwischen Gesellschaften — Zahlen einzelne Gesellschaften für dieselbe Ware mehr als andere? Differenz zur günstigsten Gesellschaft, hochgerechnet auf deren Volumen.
- Skonto-Ausnutzung — Welcher Skontosatz steht rechnerisch im Raum? Gelesen aus dem Freitext der Zahlungsbedingungen.
- Prozesskosten Kleinbelege — Wie viel Bearbeitungsaufwand steckt in Belegen ohne nennenswertes Volumen?
- Lieferantenreduktion — Was kostet die lange Liste an Kleinstlieferanten in Pflege und Beleglauf?
Ein Hebel ist erst dann etwas wert, wenn er zu einer Regel wird. Genau dort beginnt die Plattform: aus „hier zahlen wir unterschiedlich" wird ein Rahmenvertrag mit hinterlegten Konditionen, aus „hier läuft zu viel an der Struktur vorbei" wird eine Freigaberegel.
Bündelung auf Bestpreis
Aussagesicherheit mittelWas kostet es, dass dieselbe Ware zu unterschiedlichen Preisen eingekauft wird?
- Methode
- Je Warengruppe und Einheit den Preis des besten Viertels (p25) als Ziel setzen. Summiert wird, was oberhalb dieses Ziels bezahlt wurde.
- Datengrundlage
- Einzelpreis, Menge, Einheit, Warengruppe — aus den Positionen
- Vorbehalt
- Setzt voraus, dass die Artikel innerhalb einer Warengruppe wirklich vergleichbar sind.
Rechnerisch7,65 Mio. €Mit Realisierungsgrad2,68 Mio. €35 % der rechnerischen Summe angesetzt
Preisangleichung zwischen Gesellschaften
Aussagesicherheit hochZahlen einzelne Gesellschaften für dieselbe Ware mehr als andere?
- Methode
- Durchschnittlicher Einzelpreis je Warengruppe und Gesellschaft. Differenz zur günstigsten Gesellschaft, hochgerechnet auf deren Volumen.
- Datengrundlage
- Einzelpreis, Menge, Gesellschaft, Warengruppe
- Vorbehalt
- Regionale Unterschiede (Fracht, Menge) können einen Teil der Differenz erklären.
Rechnerisch1,93 Mio. €Mit Realisierungsgrad0,97 Mio. €50 % der rechnerischen Summe angesetzt
Skonto-Ausnutzung
Aussagesicherheit niedrigWie viel Skonto steht rechnerisch im Raum?
- Methode
- Skontosatz aus dem Freitext der Zahlungsbedingungen gelesen, auf den Nettobetrag angewendet und auf den Gesamtbestand hochgerechnet.
- Datengrundlage
- Zahlungsbedingungen, Nettobetrag
- Vorbehalt
- Ob Skonto tatsächlich gezogen wurde, steht nicht in den Rechnungen — das zeigt erst ein Abgleich mit den Zahlläufen.
Rechnerisch0,54 Mio. €Mit Realisierungsgrad0,16 Mio. €30 % der rechnerischen Summe angesetzt
Prozesskosten Kleinbelege
Aussagesicherheit mittelWie viel Bearbeitungsaufwand steckt in Belegen ohne nennenswertes Volumen?
- Methode
- Belege unter 1.000 € mal Bearbeitungskosten je Beleg; davon 45 % als durch Rahmenabrufe und Sammelrechnungen vermeidbar angesetzt.
- Datengrundlage
- Nettobetrag, Belegzahl
- Vorbehalt
- Die Bearbeitungskosten je Beleg sind ein Erfahrungswert und sollten mit der Buchhaltung abgeglichen werden.
Rechnerisch0,07 Mio. €Mit Realisierungsgrad0,04 Mio. €60 % der rechnerischen Summe angesetzt
Lieferantenreduktion
Aussagesicherheit niedrigWas kostet die lange Liste an Kleinstlieferanten?
- Methode
- C-Lieferanten (unterste 5 % des Volumens): Stammdatenpflege und Beleglauf, zuzüglich Konditionseffekt bei Verlagerung auf Bestandslieferanten.
- Datengrundlage
- Lieferant, Nettobetrag, ABC-Klassifikation
- Vorbehalt
- Ein Teil der C-Lieferanten ist sachlich notwendig (Spezialbedarf, Notfälle).
Rechnerisch0,07 Mio. €Mit Realisierungsgrad0,03 Mio. €40 % der rechnerischen Summe angesetzt
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